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Mercedes-Benz Museum, Stuttgart

Mercedes-Benz Museum, Stuttgart

Stuttgart ist um eine spektakuläre Landmarke reicher: Am Standort Untertürkheim entstand eine neue Mercedes- Benz Welt. Aus dem Wettbewerb von 2002 ging das niederländische Architekturbüro UN Studio van berkel & bos als Sieger hervor.
Alle angestrebten Superlative schienen hier perfekt erfüllt: Das größte Automobilmuseum mit Ausstellungsstücken allein von einer Marke überzeugt mit einer einzigartigen Architekturlösung. Auf der Basis eines dreieckigen Grundrisses mit einem zentralen ca. 40 Meter hohen Atrium entwickeln sich die Ausstellungsebenen aus der Geometrie einer Doppelhelix.
So organisieren sich zwei Rundgänge versetzt zueinander und sich immer wieder kreuzend. Ein Rundgang nimmt die tageslichtlosen »Mythosräume« auf, die eine interessante Dunkelinszenierung entfalten. Der andere Rundgang entwickelt sich an der Außenfassade und mündet in die »Sammlungsräume« die durch ihre großflächigen Glasfassaden überwältigende Ausblicke auf die Landschaft gewähren. Drei Aufzugskapseln schicken die Besucher in Sekundenschnelle unter die sternförmige Kuppel. Oben beginnt die 120 Jahre umfassende Zeitreise von den Anfängen des mobilen Menschen zu Pferd in direkter Gegenüberstellung mit dem ersten motorbetriebenen Fahrzeug von Karl Benz aus dem Jahr 1886. Die Zeitreise endet im Sockelgeschoß mit der Abteilung »Faszination Technik«, die zukunftsweisende Techniken und Designs thematisiert.
Das neue Mercedes-Benz Museum steht für ein neues Architekturzeitalter. Konzept, Planungs- und Realisierungsprozess bedienen sich beispielloser Methoden. Bewunderer sprechen von der »Digitalmodernen«, und in der Tat scheinen sich die Architekten mit Hilfe eigens entwickelter Computerprogramme über alle bisher gültigen Planungsparameter, wie beispiels-weise die frühe Festlegung auf einen Grundriss, erfolgreich hinweggesetzt zu haben.
Alle Projektbeteiligten haben das ursprünglich unmöglich Erscheinende mit Pioniergeist und Kompetenz in einer Bauzeit von nur knapp drei Jahren zu einem überzeugenden Ergebnis geführt. Die Besucher genießen fasziniert das spektakuläre Raumerlebnis mit seinen abwechslungsreichen Museumsinstallationen. Der Bauherr blickt stolz auf seine überzeugend materialisierte Firmenphilosophie von Innovation, Exklusivität und Dynamik.

Bauherr: Daimler Chrysler AG, Stuttgart
Architekten: UN studio van berkel + bos, Amsterdam
Realisierung: UN studio mit Wenzel + Wenzel, Stuttgart
Museumsgestalter: prof hg merz, Stuttgart
Projektsteuerung: Drees + Sommer, Stuttgart
Außenanlagen: Knoll Landschaftsarchitekten, Holzgerlingen
Lichtplanung: Ulrike Brandi Licht, Hamburg
Elektroanlagen Planung: Werner Schwarz GmbH, Stuttgart
Elektro-Installation: Speidel, Göppingen


Informationsschrift 2 - 2007