Forth Bridge - Meisterwerk der Ingenieurbaukunst des 19. Jahrhunderts
Die Ostküste Schottlands wird durch zwei fjordartige Meeresbuchten unterbrochen, die natürliche Hindernisse für den Bau einer Eisenbahnlinie darstellten. So begann man 1878 mit dem Bau zweier Brücken. Die erste hochgezogene Brücke sollte die Tay -Mündung an einer etwa 3,2 km breiten Stelle kreuzen. Nur ein Jahr nach ihrer Fertigstellung stürzte der 971 m lange Mittelteil der Eisenbahnbrücke während eines orkanartigen Sturmes ein. Um die baulichen Fehler, die zu dieser Katastrophe führten, nicht zu wiederholen, erarbeiteten die Ingenieure Benjamin Baker und John Fowler für die zweite Brücke über die Forth - Mündung einen völlig neuen Entwurf.
Die von ihnen entwickelte Konstruktion sah ein statisches System vor, das aus einem über vier Felder spannenden Durchlaufträger bestand.
An den Stellen der theoretischen Momentennullpunkte planten die Architekten Gelenke ein, wodurch die Konstruktion statisch bestimmt und somit relativ einfach zu berechnen war.
Nach der Fertigstellung brach die Forth Bridge alle Rekorde in Länge, Höhe und verwendeter Materialmenge. Noch heute ist sie die zweitlängste je gebaute Auslegerbrücke.