Neue Hungerburgbahn, Innsbruck
Ruck, zuck aus der Stadt und im Gebirge zu sein, das hat schon was. Für die Einwohner und Besucher der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck ist diese Vorstellung keinesfalls Utopie, denn die Hungerburgbahn macht’s möglich, und das seit über hundert Jahren.
Bereits 1906 wurde die erste Bahnverbindung von Innsbruck nach Hungerburg in Betrieb genommen. Allerdings reichte diese nicht bis ins Stadtzentrum, so dass im Jahr 2003 der Neubau der Bahn beschlossen wurde. Seit dem 1. Dezember 2007 können die Fahrgäste nun direkt im Stadtzentrum zusteigen, um in knapp acht Minuten die Bergstation Hungerburg zu erreichen.
Vier Stationen passiert die Bahn auf ihrem Weg nach oben. Start ist am Congresszentrum, nur einen Spaziergang vom Goldenen Dachl entfernt. Die Station »Congress« sowie die zweite Station »Löwenhaus« sind durch einen Tunnel miteinander verbunden. Erst danach taucht die Bahn aus dem Untergrund auf, um den Inn auf einer Brücke zu überqueren. Weiter geht’s auf der Trasse am Innufer entlang, durch den Weiherburgtunnel bis zur Zwischenstation »Alpenzoo« und anschließend bis zur Bergstation »Hungerburg« auf 857 Meter Höhe. Wer noch höher hinaus möchte, steigt von hier aus in die Nordkettenbahn, und ab geht’s weiter ins Gebirge bis zur 2.256 Meter hoch gelegenen Bergstation »Hafelekar«.
Alle vier Bahnstationen sowie die Brücke über den Inn wurden von Zaha Hadid geplant und tragen die unverkennbare Handschrift der Stararchitektin. Offensichtlich bekennen sich die einzelnen Bauwerke trotz formaler
Eigenständigkeit durch ihre expressive, organische Architektur zueinander. Die Stationen sind von einer fließend dynamischen Form gekennzeichnet. Helle Sichtbetonsockel dienen als Auflager für hybride, computergenerierte Dachkörper, welche die Bahngleise eigenwillig umgeben und sich wie losgelöste Schnee- oder Gletscherzungen durch die alpine Landschaft schieben. Das Grundgerüst der Körper bildet ein Stahl-Spantentragwerk, auf das thermogeformte Glasflächen, innenseitig lackiert, montiert wurden.
Der eigenständige Charakter dieser Bauskulpturen wird durch die nächtliche Inszenierung noch stärker hervorgehoben. Brillanz, Materialität und die eigenwillige Form kommen durch ihre indirekte Beleuchtung mit Bodeneinbauscheinwerfern noch stärker zur Geltung.
| Bauherr |
Stadt Innsbruck / STRABAG |
| Architekten |
Zaha Hadid Architects, London |
| Lichtplanung |
Zaha Hadid Architects, London Zumtobel Licht |
| Elektroplanung |
ILF, Rum |
| Elektroinstallation |
EAE Stöckl GmbH, Innsbruck |
Informationsschrift 2 - 2008