Literaturmuseum der Moderne
In Marbach am Neckar, der Geburtsstadt Friedrich Schillers, errichteten Schiller-Freunde auf einem Hügel am Stadtrand 1903 das Schiller- Nationalmuseum. Hieraus entwickelte sich das Deutsche Literaturarchiv, welches 1973 in unmittelbarer Nähe ein neues Gebäude erhielt. Am 200. Todestag von Schiller, dem 9. Mai 2006, öffnete ein weltweit einzigartiges Museumsjuwel seine Pforten: das »Literaturmuseum der Moderne«. Auf über 1.000 Quadratmetern zeigt sich ein kleiner Teil des Deutschen Literaturarchivs in einprägsamen Ausstellungen. Der Neubauvon David Chipperfield Architects aus Berlin liegt rechtwinklig um Schiller- Nationalmuseum und nimmt in Grund- und Aufriß ähnliche Dimensionen ein. Bestechend ist die Einbettung der Architektur in die Topographie, die einen weiten Blick über das Neckartal gewährt.
Die Anforderungen der Exponate sind extrem: kein Tageslicht, dämmrige 50 Lux Kunstlicht, kühle 18 ˚C und 50 % Luftfeuchtigkeit. Die Architektur reagiert zwangsläufig mit Introvertiertheit und Dunkelheit. Die lichtarmen Ausstellungsräume im Sockelgeschoß grenzen jedoch immer an natürlich belichtete Räume. Verläßt man die eigentlichen Museumsräume, um das darüber liegende Foyer zu erreichen, blendet sich das Tageslicht immer stärker ein. Die Verzahnung extrovertierter Landschaft mit introvertiertem Raumprogramm funktioniert dank einer gelungenen Außenbeleuchtungsanlage auch bei Dunkelheit.
| Bauherr: |
Deutsche Schillergesellschaft e.V. |
| Architekt: |
David Chipperfields Architects, Berlin |
| Projektleiter: |
Alexander Schwarz |
| Lichtplanung: |
ibb Burrer & Deuring, Ludwigsburg |
| Elektroplanung: |
ibb Burrer & Deuring, Ludwigsburg |
Informationsschrift 1 - 2007